Geschichte

Geschichte der Löwen Apotheke

Im Jahre 1842 erteilte das Herzogliche Medizinal Kollegium dem Apotheker Carl Helmbrecht die Konzession zum Betrieb einer Apotheke in Vechelde, der ersten im Landkreis Braunschweig. Erst fünf Jahre später, 1847, wurde auch für den östlichen Teil des Landkreises in Sickte eine Apotheken-Konzession erteilt.

Fünf Jahre später erwarb Apotheker Helmbrecht das ehemalige Kavalierhausdes Herzogs Ferdinand zu Braunschweig-Lüneburg, am östlichen Ortsausgang nach Braunschweig an der Hildesheimer Str. 2 gelegen. Dort wurde die Apotheke bis 1967 betrieben.

Während dieser Zeit waren die folgenden Apotheker hier tätig:

1842     Karl Helmbrecht, geboren 1805 in Braunschweig, der erste Apotheker
1853     Wilhelm Schneider, geboren 1820 in Bad Harzburg
1886     Gustav Kellner, geboren 1820 in Hordorf, Sohn des Pastors zu Bettmar 
              und Sierße
1901     Wilhelm Münnich, geboren 1858 in Blankenburg
1909     Franz Zahn, geboren 1886 in Braunschweig
1933     Franz Kellner, geboren 1885 in Braunschweig, Sohn von Gustav Kellner
1958     Friedrich-Wilhelm Kellner, geboren 1924 in Braunschweig, Sohn von 
              Franz Kellner

Nach der Verlegung in die Ortsmitte 1967, zum 125jährigen Jubiläum, dann:

             weiter Friedrich Wilhelm Kellner
1974     Eva Kellner geb. Groh, geboren 1927 in Merseburg
1990     Christel Kellner-Wedler, geboren 1958 in Braunschweig, Tochter von 
              Friedrich Wilhelm und Eva Kellner

Gustav Kellner, der erste der Familie Kellner, kaufte die Apotheke vom zweiten Besitzer Wilhelm Schneider. Kellner, Sohn des Pastors zu Bettmar und Sierße, hatte eine gute wissenschaftliche Vorbildung und ein Bericht der Revision im darauffolgenden Jahr stellte fest, „daß der Apotheker Kellner das von ihm übernommene Geschäft so umgestaltet hat, daß dasselbe nunmehr geradezu ein mustergültiges genannt werden darf“.

Wilhelm Münnich sorgte zwischen 1901 und 1909 für einen zweckmäßigen Umbau und verbesserte Inneneinrichtung der Apotheke in Vechelde. Danach übernahm er die St. Petri Apotheke in Braunschweig.

Auf ihn folgte Franz Zahn, und gab der Vechelder Offizin den Namen „Löwen-Apotheke“.

Diese übernahm 1933 Franz Kellner, Sohn von Gustav Kellner; unterstützt von seiner Ehefrau Margarete, die eine Apothekerlehre absolviert hatte. Beide boten vielen Menschen Hilfe in den schweren Jahren des Krieges.

Nach seinem Praktikum und anschließendem Studium an der technischen Hochschule Braunschweig führte seit 1958 Friedrich Wilhelm Kellner die väterliche Apotheke weiter. Er organisierte vieles neu und dehnte den Botendienst für die benachbarten Orte aus. Zusammen mit seiner Frau Eva, Apothekerassistentin und seit 1970 Apothekerin, verlegte er 1967 – nach 125 Jahren – die Vechelder Löwen Apotheke in die Ortsmittezur Hildesheimer Str. 20.

Große Galenische – und Untersuchungslabatorien, weiträumige Lager ermöglichten hier so recht Spaß an der Arbeit. Die alte Apothekeneinrichtung wanderte in das Landesmuseum Braunschweig, heute im Vieweg-Haus am Burgplatz.

„Pille“ Kellner war ein auf allen Gebieten aktiver Apotheker und bildete gern den pharmazeutischen Nachwuchs aus. Revisionsberichte besagen: „Kellner dient durch Wissen, Organisationstalent unermüdliche Tatkraft, und Herz mit seiner Apotheke vorbildlich der Gesundheit der Bevölkerung von Vechelde und Umgebung“. Auch in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens war er sehr engagiert, komponierte Vechelder Heimatlieder und liebte das Singen und Feiern. So richtete er 1973 die zweiwöchige „Tausend-Jahr-Feier“ des Ortes aus.

Nach seinem Tod 1974 führte Eva Kellner allein die Apotheke weiter. Mit viel Elan baute sie einen neuen Parkplatz, das Haus um und richtete im Obergeschoss eine Arztpraxis ein.

1986 erweiterte sie nochmals das Apothekenhaus. Das Kontor wurde auf die Gartenseite verlegt und neben der Offizin ein „Neuform-Reformwarendepot“ eingerichtet. Dies, um die Grundlage aller Gesundheit, nämlich die gesunder Ernährung zu fördern.

1990 verpachtete sie an ihre älteste Tochter Christel Kellner-Wedler. Diese war nach ihrer Zeit als Pharmazeutisch Technische Assistentin und dem anschließenden Pharmazie Studium in Marburg und Hamburg in einigen norddeutschen Apotheken tätig, um dann nach Vechelde zurückzugehen.

1994 zog die Frauenarztpraxis in der 2.Etage ein.

1995 wurden Apotheke und Reformhaus umgebaut. Alles wurde heller und freundlicher gestaltet und mit neustrukturierten Arbeitsabläufen versehen.

2002 wurden 300qm für Arztpraxen und eine Erweiterung des Reformhauses angebaut. 23 kostenfreie Parkplätze ermöglichen nun einen bequemen Besuch von Apotheke, Reformhaus und Arztpraxen.

Seit 2006 ist das Haus komplett, jetzt auch mit einer Kinderarztpraxis.

2007 geht ein großer Wunsch in Erfüllung: der Einbau eines Kommissionierautomaten für das Apothekenwarenlager. Automatisch werden die angeforderten Arzneimittel den Apothekerinnen und PTAs in die Offizin geliefert während sie zur Einnahme, Verträglichkeit etc. beraten. Dafür wurde die Apotheke entsprechend umgebaut und gleichzeitig eine neue Apothekensoftware installiert. Vor dem Hintergrund immer wieder neuer gesetzlicher Anforderungen eine hervorragende Unterstützung für die Löwinnen.